Do Khyi, Do-Khyi – Acky

Februar 2, 2009

Warum ? Teil 2

Nach einigen endlosen Minuten wankte er auf mich zu. Ich konnte ihn zärtlich über seinen schönen Kopf streicheln und erzählte ihm etwas mit zitternder Stimme. Er nahm es dankbar an.

Der nächste Anfall folgte nach 14 Tagen der übernächste 8 Tage danach. Es sollte eine Zeit kommen des bangen Abwartens und Hoffens. Hoffen auf eine Minderung des Anfallsgeschehens durch entsprechend dosierte Medikamente. Es kam die Zeit der Dosissteigerungen und der Medikamentenergänzungen.

Über all diese Zeit haben wir die Hoffnung unserem Bärchen helfen zu können niemals aufgegeben.

Immer fröhlich!

Es folgten leider auch viele verschiedene Anfallsformen. Nicht alle der Anfälle waren generalisiert, wovon unser Acky wie durch eine Gnade am wenigsten mitbekam, wovon er sich schnell erholte. Es kamen fokale Anfälle, welche nur den Kopf – Nacken – Zungenbereich betrafen, oder die Hinterhand, die Vorderhand, den Rücken. Bei einigen wenigen von dieser Anfälle hat er vor Schmerzen und wie in Todesangst geschrieen. Oft war das begleitet von nachfolgendem, vorüber gehendem Erblinden. Aber auch von urplötzlichem Aufspringen und Losrennen, ohne jede Orientierung.

Die nachbleibenden Verkrampfungen in Extremitäten versuchte er zu lindern durch eine Art Drangwandern, oft bis zu 90 Minuten. Waren sie Sehnerven betroffen, musste man ihn über die Dauer des Anfalls  führen. Die

Verkrampfungen waren oft so stark, dass er oftmals zusammen brach.  Unmöglich ihn in diesem Zustand alleine zu lassen.

Aber auch ein Hineingleiten aus dieser Phase in einen neuen, weiteren Anfall war häufig. Es galt also für uns unser Bärchen in dieser Zeit zu sichern damit er nirgends gegen rennt, hineinfällt, herunterfällt oder sich verletzen kann.

Die schweren Medikamente hat er gut vertragen. Nur, dass diese in seinem Fall nichts bewirkten. Er war mitten im Wachstum, was das Finden der richtigen Dosis erschwerte

Es kam die Zeit in welcher wir erkennen mussten, dass Acky, unser Bärchen, therapieresistent ist.

Acky das "Erdferkel"

Zwischen den Anfällen, das macht das alles so unvorstellbar, war unser Acky wie jeder der Epilepsie hat, ein völlig normaler, gesund aussehender, lebensfroher und offen neugieriger Do- Khyi gewesen. Nein, er war geradezu ein „Kämpfer“. Er kämpfte deutlich erkennbar dagegen an.

Wir nahmen viele Gelegenheiten wahr, mit Acky unter Menschen zu gehen. Er sollte ein völlig normales Leben leben können. Vielleicht aber lag es auch daran, dass Acky nur mit einer einzigen Ausnahme die Anfälle immer Zuhause bekam. Vielleicht wollten wir ihm ja die Chance zum „Entrinnen“ geben?

Wir rätselten darüber, weshalb die Epilepsieanfälle immer nur zuhause kamen und sprachen mit dem TA darüber. Die Antwort war ernüchternd: „Tiere mit dieser Art Epilepsie und ohne weitere Krankheitsbilder bekommen die Anfälle fast ausnahmslos in gewohnter Umgebung und aus der Einschlafphase heraus. Das Zuhause stellt für das Tier eine Sicherheit dar, weil ihm bewusst ist, dass ihm geholfen wird“

Erinnerung !

Es wurde uns klar wie sehr unser Bärchen auf die Hilfe seiner Menschen angewiesen war. Trotz seiner Do-Khyi -Art brachte er sein grenzenloses Vertrauen,  welches er in uns hatte, immer deutlicher zum Ausdruck, die Sicherheit nie alleine gelassen zu werden. Es machte Acky zu dem war er war,

Ein freundlicher, wachsamer, liebevoller und immer zu Streichen aufgelegter Do-Khyi, unser Bärchen eben.

Er hatte sich uns ausgesucht – Die Chemie stimmte!

Den ständigen Kampf, alles für Acky zu tun haben wir am 24. August 2007 verloren. Die Epilepsieanfälle haben unser Bärchen nicht mehr schlafen lassen.

Unvergessen !

Wir alle haben die Pflicht, in guten wie schlechten Tagen, unserem Tier Begleiter und Freund zu sein. Es verlangt eine große Energie, oft bis an die Grenzen der Belastbarkeit. Nicht alle Halter sind dazu bereit, haben die Kraft eine Trennung der Meinungen im Bekanntenkreis durchzustehen oder haben auch nicht die Möglichkeiten diesen Weg gemeinsam zu gehen.

Wir  werden unsere Erfahrungen mit der Epilepsie nie vergessen können. Die Machtlosigkeit von uns Menschen, nicht helfen zu können.

Unser Acky aber wird immer bei uns sein, er wird uns immer begleiten. Das lernen wir derzeit. Nicht nur in der Liebe zu ihm, sondern auch mit seiner Krankheit. Wir werden immer Angst davor haben eine derartige Erfahrung wiederholen zu müssen!

©  Fortsetzung folgt…

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